16. Mai 2022

Ökumenischer Biker-Gottesdienst: „Freundschaft groß geschrieben“


Rund 80 Bikerinnen und Biker sind am Sonntag, 15. Mai, zum ökumenischen Motorrad-Gottesdienst zum Thema Freundschaft nach Dudweiler gekommen

Motorradfahren ist für mich Freiheit pur! Das Gefühl, dass man noch lebt“, schwärmt Rita Detambel und strahlt ihren Partner Josef Baltes an, der nickt: „Auf dem Motorrad kann ich vom Alltag abschalten.“ Vor vier Jahren haben sie sich bei einem Motorrad-Gottesdienst in Losheim am See kennen und kurze Zeit später lieben gelernt. Regelmäßig besuchen sie seitdem gemeinsam zum Saisonauftakt und -abschluss die „MoGos“. „Der Segen gibt einem schon ein gutes Gefühl, ein Stück Sicherheit“, sagt Detambel. Deswegen war es dem Paar wichtig, sich am Sonntag, 15. Mai, beim ökumenischen Motorrad-Gottesdienst vor der Heilig-Geist-Kirche in Dudweiler den Segen für die neue Saison zu holen.

Eingeladen dazu hatten die evangelische Kirchengemeinde Dudweiler-Herrensohr mit Pfarrer Heiko Poersch sowie die katholische Pfarrei St. Marien Saarbrücken-Dudweiler mit Diakon Gerd Fehrenbach. Rund 80 Kradfahrerinnen und -fahrer aus dem gesamten Saarland sowie Freunde, Angehörige und Gemeindemitglieder feierten einen Gottesdienst zum Thema Freundschaft. „Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden. Für einen treuen Freund gibt es keinen Preis, nichts wiegt seinen Wert auf“, zitiert Fehrenbach aus dem Buch Jesus Sirach aus dem Alten Testament. „Wir Menschen sind auf Beziehung angelegt. Gott hat uns so geschaffen“, sagt Poersch in seiner Predigt. Die zwei Jahre Corona-Pandemie hätten daher vielen nicht gut getan, die alleine lebten. „Freundschaft wird auch unter Bikern groß geschrieben. Sie verstehen sich als Freunde der Straße. Man grüßt sich, auch wenn man sich nicht kennt. Man hält an, wenn der andere eine Panne hat“, beschreibt der Pfarrer die Mentalität unter Kradfahrern.

Während des „MoGo“ werden Armbänder mit dem Aufdruck „W.W.J.D.“ (Englisch für „What would Jesus do?/Was würde Jesus tun?) verteilt. „Das Armband lädt zum Perspektivwechsel ein, die Welt aus Jesu Augen zu sehen“, so Poersch. Für Motorradfahrer hieße das im übertragenen Sinne: „Nutze ich das Potenzial meiner Maschine und zeige es dem Mercedes-Fahrer oder wäre Gelassenheit besser? Was würde Jesus tun?“

Zum ersten Mal mit von der Partie war auch Stefan Kutkowski aus Kleinblittersdorf. Gelockt hatte ihn die angekündigte Live-Musik der Band Outcast Rock&More, die Songs der 60iger-Jahre von den Beatles bis Metallica covert. „Aber ein guter Segen schadet ja nie“, findet er. Nicht fehlen durften während des „MoGos“ Hits wie „On the road again“ von Willi Nelson, „Born to be wild“ von Steppenwolf oder Metallicas „Nothing Else Matters“.

Im Anschluss an den Wortgottesdienst segnete Diakon Gerd Fehrenbach auf Wunsch die Fahrerinnen und Fahrer persönlich mit den Worten: „Gott schenke Dir gutes Geleit auf allen Wegen Deines Lebens.“

Bei der Kollekte wurden 268 Euro gesammelt, die die Motorradfahrerinnen und -fahrer der Initiative „Ankommen“ spenden, die Flüchtlinge aus der Ukraine, die in Deutschland ankommen, unterstützt.





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